Historischer Rückblick

 

Am 7. Februar 1898 wurde der Kriegerverein Haselbach im "Rederschen Gasthaus" in der Gemeinschaft von 24 Mitgliedern gegründet. Dem Vorstand gehörten als Vorsitzender Severin Braungart, Schriftführer Johann Fuß und Kassier Matthäus Seifert an. Ausschussmitglieder waren die Herren August Hergenröther, Melchior Kessler, Markus Baumann und Gregor Leiber. schon am 4. September wurde
als neuer Kassier Josef Baumann gewählt, da wie es Wörtlich heißt: "Der jeweilige Kassier am 14. August mit Tod abgegangen ist".
Bereits nach dem ersten Vereinsjahr kam ein neuer Vorstand und geänderter Ausschuss mit den Namen: Georg Oswald, Johann Fuß, Josef Braungart, Melchior Kessler, August Hergenröther, Eugen Schmitt, Bonifatius Krisam. Mit einer Besoldung von "einer Mark" wurde Johann Hergenröther zum Vereinsdiener gewählt.
Warum diese Nennungen? Diese Namen sind Dokument für den Verein, es sind die Gründer im eigentlichen Sinne und es sind Haselbacher Vorfahren, die in direkter und breitschichtiger verwandtschaftlicher Verbindung mit der heute lebenden Generation in unserem Dorfe stehen! Diese, mit Namen geschriebene Dorfgeschichte, könnte man so fortsetzen und immer wieder das Band mit den eingesessenen Familien von Haselbach knüpfen.
Einer eigenen Chronik würde dies bedürfen.- So wollen wir nur einzelne wichtige Daten, Ereignisse bzw. Besonderheiten und auch Zusammenhänge aufzeigen. Immer wieder wird die Grundeinstellung hervorgehoben, dass die Mitgliedschaft im Verein zu folgendem verpflichtet:
Zum kameradschaftlichen Handeln, zur Liebe zum Vaterland und zur Ehrung der gefallenen und toten Kameraden. Dass viele junge Soldaten bei uns sind und weitere dazu kommen werden, gereicht beiden, dem Verein und den Soldaten zu Ehre. Sich die Ehre geben und Ehrerbietung erzeugen, begegnet uns beim Fahnenbeschluss und der Fahnenweihe der Monate Januar und Juni des Jahres 1899, bei der Errichtung des Kriegerdenkmals im Mai 1924 und die späteren Namenseintragungen der Gefallenen des 2, Weltkrieges. Es geht um Ehrenbezeugung  bei Seelenandachten, bei der Kriegerwallfahrt, der Fronleichnamsprozession, an Allerseelen und am Volkstrauertag.
Die Teilnahme bei Kriegerfesten unterstreicht das Gefühl der Zusammengehörigkeit, das Bekenntnis zur Schicksalsgemeinschaft und den Willen für Freiheit und Frieden. Der Verein erfüllt von der ersten Stunde an, in ganz hervorragender Weise seine Gesellschaftspolitische Aufgabe, durch gegenseitige Unterstützung und durch Veranstaltungen, wie Kameradschaftsabende, Fastnachtsbälle und Christbaumverlosungen.- Bei allem ist Sparsamkeit das oberst Gebot und manch` Opfer gefragt! Die Kassenberichte legen Zeugnis dafür ab und ein Kassenbestand von 2,71 Mark im Jahr 1901 bei Jahresausgaben von 40,16 Mark und 37,45 Mark Einnahmen, gilt für die damalige Zeit als ganz normal. Es bedarf langer Überlegung, ob zu dem einzigen Exemplar der Kriegerzeitung, noch 2 weitere im Jahr 1910 hinzubestellt werden können.
Gleiches gilt für die Bestellung des Veteranen- und Kriegerkalenders und der Sterbekasse- Empfehlung kann nur ein Mitglied entsprechen. Ganz anders die Zahlen des Inflations- Jahres 1923, die wir nicht übergehen wollen.
Der Bericht des Kassiers verzeichnet sage und schreibe eine Summe von:3.861.101.645,60 Mark in Worten:
3 Milliarden 861 Millionen 101 Tausend sechshundertfünfundvierzig und 60 Pfennige. Da musste der Kassier ein guter Rechner sein und sparsam war er auch, denn Mitte November 1923 zahlte man für einen US-Dollar 4,2 Millionen Mark!- Die jener Zeit anhaftende stolze Treue zum Königshaus und die Ergebenheit zur Monarchie ist protokollarisch, denn keine Versammlungseröffnung ohne das "dreifach Hoch auf unseren allerhöchsten Protektor, Seiner Königlichen Hoheit, Prinzregent Luitpold von Bayern!". So wird auch aus Anlass des Hohen Namensfestes Seiner königlichen Hoheit an der Feier teilgenommen mit Abmarsch vom Vereinslokal zur Kirche mit Fahne und "hierzu" die hochlöbliche Gemeindeverwaltung eingeladen! Solches Handeln setzt sich in der Zeitlichen Weiterentwicklung fort, das heißt, das Protokollbuch wird zum Geschichtsbuch.
So finden wir im Eintrag von 1915, das dreifache Hoch auf Seine Majestät König Ludwig  III genau so wie im Eintrag des Jahres 1927 , das Dreifache hoch, das auf den obersten Schutzherren des Bayerischen Kriegerbundes, Seiner Majestät Kronprinz Rupprecht von Bayern ausgerufen wird !
Mit dem 30. Januar 1933 mit Adolf Hitler als Reichskanzler, ändert sich bei den Haselbacher Kriegern so gut wie gar nichts. Ihre Liebe zur Heimat besteht genauso wie zuvor ! Ihre über Jahrzehnte anerzogene, man kann fast Sagen angeborene Treue zum Vaterland erfährt keine Veränderung. Solche Haltung nützen die neuen Machthaber natürlich für sich aus und manche Frage die Heute gestellt wird, mag aus diesem Umstand heraus, ihre Beantwortung finden. Der neue Gruß wie das "dreifache Sieg Heil" klingen anders als zuvor.
Von einer Euphorie ist nichts zu spüren.
Mit Zurückhaltung wird eine Beitragszahlung von 30 Mark als Untragbar zurückgewiesen, die Kriegerzeitung kann sich keiner Leisten, die Empfehlung eines Schießstandes wird zur Kenntnis genommen und der Vortrag zur "wehrpolitischen Schulung" angehört. Von oben herab geschieht auch nicht viel mit den Vereinen, mit Ausnahme das sie "gleichgeschaltet" wurden ! Man Versteh darunter was man will !
Am 1. September 1939 beginnt der 2. Weltkrieg, die Appelle, so werden die Versammlungen genannt, werden immer weniger und versiegen mit der Dauer des Krieges, um am 8. Mai 1945, als die amerikanische Presse den Krieg in Europa als beendet meldet, nicht mehr existieren.
Am 14. Januar 1960 ließen nicht weniger als 50 Kameraden aus Haselbach den Kriegerverein auf Initiative des 1. Bürgermeisters Isidor Kessler wieder aufleben und gaben im den Namen "Krieger und Soldatenkameradschaft". Alle 50 haben als Gründungsmitglieder diesen Akt eigenhändig unterschrieben.
Ich halte dies für ein verpflichtendes Vermächtnis !
Für den Vorstand stehen neben Johann Ulrich Enders die Namen Alois Stühler, Otto Reder, Karl Krenzer. Nach kurzer Zeit erhöhte sich die Zahl von 50 auf 60 Mitglieder und stieg bis auf 84 an. Der neue Verein trägt für all seine Jahre dazu bei, das Dörfliche Leben mit zu gestalten, mit Herzlichkeit und Wärme zu erfüllen und wo er gefragt ist, bereit zu stehen. Im Eiltempo der Zeit liegen die Gründungsfeste für 70 Jahre vom Juli 1969 und für 85 Jahre an Pfingsten 1983 schon eine halbe Ewigkeit zurück. sie stehen aber, als sei es gestern gewesen in bester Erinnerung, weil sie im Ausmaß und Würde nicht nur als großartig in die Geschichte des Vereins, sondern auch in die des Dorfes mit hohem Erinnerungswert eingegangen sind !
Gleichwertiges werden wir nicht erreichen, zu sehr haben sich die Zeiten geändert.
So sagte doch ein Spötter dieser Tage: "die Moaß für zwei Mark und die Bratwurst für eine Mark gibt`s halt ach nes mer".

Liebe Gäste und Besucher unserer Internetseite !

Eine Institution lebt von ihren Mitgliedern und von ihren Machern, wir nennen sie Vorstände.
Unsere Soldaten-Kameradschaft hatte mit ihnen großes Glück.
Eingangs unserer Chronik wurden die Gründungsväter genannt.
Wir wollen diese noch mit einigen gewichtigen ersten Vorsitzenten ergänzen.
In den Protokollen stehen mit besonderen Lettern folgende Namen:
"Georg Oswald, Eugen Schmitt, August Hergenröther, Justin Fischer, Fritz Kessler, Johann Ullrich Enders, Alois Stühler, Alfred Dömling, Rudolf Krause, Hans Joachim Fuß "

                                                                 Zeit und Tätigkeit haben diese Männer um den Verein verdient gemacht.

                                                                                      Wir schulden ihnen immerwährenden Dank !

Wenn wir hier an dieser Stelle unsere Chronik schließen, dann nicht, um zuvor den

 Gefallenen, Vermissten und Toten Kameraden in Ehrfurcht zu gedenken und um

 deren Seelenfrieden den Segen und um die Gnade unseres Herren zu erbitten.